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Anti-Corona-Maßnahmen Demonstration Berlin am 30.08.2020. © K. Heinath

Die Widerstandsillusion. Wege aus der Sackgasse.

Corona-Protestbewegung in Demontage. Eine Analyse.

2020 erscheint als bisheriger Höhepunkt in der Renaissance des emotionalen Populismus. Eine auf Hochtouren laufende Propaganda stachelt mit propagierten Mythen, über eine vorgeblich hochgefährliche Pandemie, eine aus allen Fugen geratene Politik in immer pathologischere Diktat-Bereiche. Der Staat ist übergriffig und maßt sich an, sich in Privates mündiger Bürger einzumischen und ihnen vorzuschreiben mit wem sie sich wann und wo treffen dürfen und was sie dabei zu tragen haben. Die von dieser Politik oktroyierten Schikanen sind über weite Stecken so widersinnig, irrational, unlogisch und fern jeder Evidenz, dass ein gehorsames Befolgen solcherlei Ergüsse nicht nur die Menschen grundsätzlich in ihrer Intelligenz beleidigt, sondern diese erschöpft und schließlich ein Denken in Zusammenhängen, auf Widersprüche achtend, aufreibt. Die gesamte Pandemie-Groteske dieser unheilvollen, jede öffentliche Aussprache erstickenden Phalanx aus Politik, Medien und Teilen der »Wissenschaft«, ist aufgebaut auf Angst, einer auf Dauer angelegten Angst, die psychisch krank, orientierungslos und letztlich apathisch macht. In einem solchen Klima, eines sich unaufhörlich steigernden, aufbrauchenden Schockzustands, können Menschen zu etwas gezwungen werden, dem sie in rationaler Beschaffenheit nie zustimmen würden. Bei dieser angesichts der realen Zahlen »langweiligsten Seuche seit Menschengedenken« finden sich alle Elemente einer Massenpsychose (übrigens auf beiden Seiten) und die Begleitmusik scheint direkt aus dem Lehrbuch für Autokraten gespielt. Nur – nach jedem Rausch kommt der Kater!

Kurz gesagt – ohne das verheerende Wirken der Medien »gäbe« es keine Pandemie. Denn nichts ist anders, als in den Jahren zuvor zur normalen Grippezeit. Die Daten sind eindeutig und so wird es in den nächsten Wochen und Monaten zwangsläufig dazu kommen, dass das groteske Missverhältnis zwischen der beschworenen, abstrakten Gefahr der Pandemie im Kopfe und der sehr konkret erlebten Schikane im wirklichen Leben, letztendlich auch mal den Ängstlichsten und Naivsten auffallen wird. Allerspätestens, wenn die harten Realitäten des (ökonomischen) Makrokosmos in den eigenen Mikrokosmos einschlagen, wird das letzte Fünkchen devote Maßnahmengläubigkeit zerbröseln, welches vielen bis dahin auch zur Umnebelung des eigenen kognitiven Scheiterns vor sich selbst diente. Doch bis dahin ist noch ein Stückchen Weg zurück zu legen und es ist nicht unwichtig, dabei klug zu handeln, um nicht immer wieder zu stolpern oder gar den Erfolg zu verzögern. In dieser Krise – welche immer in Koinzidenz zur Chance steht – sieht sich Sokrates und Galileo glänzend belegt, dass man einem Menschen nichts lehren, sondern ihm nur helfen kann, es in sich selbst zu entdecken. Der Erkenntnisprozess und die daraus folgende Einsicht erfordert gleichermaßen seine Zeit, wie das Reifen eines Obstes oder Weines. Diesen Prozess kann man nicht abkürzen oder erzwingen. Menschen, welche Kraft einer seit der nationalsozialistischen Diktatur nie dagewesenen, gleichgeschalteten Propagandamaschinerie in Angst und Schrecken versetzt und mit ihren Gedanken und Gefühlen in eine Parallel-Realität versetzt wurden, in welcher Menschen wie Fliegen sterben könnten, wenn jemand ohne Mund-Nase-Bedeckung im Supermarkt oder auf der Straße an ihnen vorbeigeht, kann man nicht einfach zurufen »Wacht endlich auf!« und meinen, sie würden in der Lage sein, ihre verfestigten neuronalen Verknüpfungen einfach mal so über Bord werfen zu können. Schon gar nicht gelingt dieses, wenn die »Dozierenden« so agieren, wie sie leider allzu häufig agieren und womit wir beim eigentlichen Thema wären.

Corona-Maßnahmen-Protest: Isolation und Verzweiflung

Es geht um die andere Seite, um die Menschen, die in der Bewertung der vorgeblichen Pandemie nicht den Bezug zur Realität und Logik aufgeben wollen und darum, weshalb sich diese zunehmend in und mit ihrem Wirken blutigen Nasen einholen. Diese Menschen stellen sich gegen die systematische Verblödung durch Regierung und Medien, agieren dabei aber bedauerlicherweise im Regelfall ebenso, als hätten sie diesen Prozess selbst bereits durchlaufen. Der mitunter an den Tag gelegte, aufgeregte Aktionismus zeugt von Isolation und Verzweiflung, steht dem eigenen Ziel und Anspruch im Wege und spielt somit letztlich dem Gegner in die Hände. Ursachen für die nicht zu Ende gedacht erscheinenden Handlungsweisen gibt es einige. Angefangen von generell fehlenden Elementarwissen im Bereich der Prozesssoziologie, also über die sozialen sowie verbundenen kognitiven Prozesse innerhalb von Gesellschaften, bis hin zu der für das Einzelindividuum viel essentielleren, fehlenden Kompetenz über das eigene, kognitive Funktionieren. Hier steht insbesondere das Adaptionssyndrom im Zentrum, also das Wissen über das allgemeine Reaktionsmuster der Psyche auf länger anhaltende Stressreize, was in drei Phasen abläuft und bei der sich die meisten inzwischen bereits am Ende von Phase zwei oder gar in Phase drei befinden.

Das eigene kognitive Funktionieren

Nachdem nach dem Scheitern der zweiten Berlin-Veranstaltung Ende August klar wurde, dass in dem kurzen Zeitraum, in dem es nach einem Geschehnis überhaupt möglich ist, »über die Straße« etwas zu erreichen, nicht genügend öffentlicher, in der Breite der Bevölkerung angelegter Druck aufgebaut werden konnte, erfolgte der Übergang in eine neue Phase der Gegenwehr. Das fatale an diesem Einstieg in den anhaltenden Wettkampf mit dem Repressionsapparat ist der zunächst schleichende und unbemerkte Fortgang der eigenen, inneren Prozesse. Dieser Kampf, gegen einen übermächtig erscheinenden Gegner, führt zunächst zur Euphorie, wird also durchaus als positiv wahrgenommen, da alle Energien für diese Anstrengung durch die entsprechende Ausschüttung verschiedener (Stress) Hormone mobilisiert werden. Die für sich selbst bei anhaltenden Stress stets negative Entwicklung wird dadurch also gar nicht wahrgenommen, sodass im Fortgang das herannahen »Kipp-Punkts« gar nicht bemerkt wird, an welchem sich die eigenen Energien dann sehr schnell erschöpft haben und schließlich zur Zerstörung der eigenen psychischen und bisweilen auch physischen Existenz führen. Das Individuum rutscht kurioserweise voller Euphorie in das eigene »Burnout« und dort angekommen, ist der depressiven Erschöpfung nicht mal eben mit ein bisschen Ausschlafen oder positiven Denken beizukommen. Hier geht erst mal nichts mehr und das für einen längeren Zeitraum.

Dem Gegner, der auf das Wissen der großen Fortschritte der letzten 50 Jahre in Biologie, Neurobiologie und der angewandten Psychologie zurückgreifen kann, ist all dies bewusst und er weiß, dass aus erschöpften, depressiven, gesellschaftlich isolierten Individuen keine Revolutionäre entspringen können – Erschöpfung und Revolution schließen sich aus. Der Gegner sieht sich in die Lage versetzt, »seine Menschen« besser zu kennen, als diese sich selbst. Das Wissen über das Wesen, beziehungsweise das Funktionieren des kognitiven Menschen, ermöglicht es bei der Machtausübung, Reaktionen und Verhalten auf bestimmte Schlüsselreize vorauszusagen und gleichzeitig ahnt das manipulierte Individuum nicht mal wie gläsern es ist, denn ihnen bleibt dieses spezielle Wissen in der Regel verborgen. Die Kenntnis über die psychologischen Wirkmechanismen von Menschen, in verschiedenen Lebenssituationen und die konsequente Anwendung der daraus konkludierten Maßnahmen, macht eine Herrschaft überaus stabil und gibt ihr eine weitgehende Kontrolle über das Individuum. Sofern die Herrschenden es in ihren Maßnahmen nicht übertreiben, ist durch diese feinen Stellrädchen eine Revolte nahezu ausgeschlossen, denn tatsächliche oder sich entwickelnde Widerstände, können schnell in entsprechende »Abklingbecken« geführt und neutralisiert werden.

Protest als integrierter Teil des Systems

Bei all dem ist immer auch zu beachten, dass »Protest« eine wichtige Rolle einnimmt – nur eben anders, als von den Protestierenden erhofft. »Protest« gegen das System wird nämlich vom System strategisch und wohlüberlegt in einem begrenzten Rahmen (niedrigschwelliger Protest) zugelassen. Solange Aktionen oder Demos in Form der Oberflächlichkeiten der Kulturindustrie und des Event Marketings, wie im bürgerlichen Milieu üblich, ablaufen, ist dieser sowieso a priori zahnlos, aber grundsätzlich werden so die Protestformen auf ihr Gefährdungspotenzial für das System bewertet und wenn nötig, die Verordnungslage angepasst. Gleichzeitig wird den Veränderungsenergien der Menschen dieser Spielraum geboten, damit diese ihre Empörung artikulieren können und sie so die Illusion bekommen, beachtet zu werden. Dieses Zulassen von Protesten gilt beiläufig auch als Legitimation für das »Funktionieren« unserer Demokratie-Illusion gemäß dem Motto: »Hier darf doch jeder seine Meinung äußern und auf die Straße gehen.« In den bereitgestellten Abklingbecken wird der niedrigschwellige Protest, vom »Protest« selbst unbemerkt, in das System integriert, kanalisiert und letztendlich ins Leere geführt. Dieses einerseits zulassen, andererseits verpuffen lassen, hat für die meisten Protestierenden zur Folge, dass sich in ihnen im Laufe der Zeit das Gefühl festsetzt, dass sie nichts verändern können. In der Regel geht dies dann mit erheblichen psychischen und/oder physischen Folgeerscheinungen einher (Phase drei des Adaptionssyndroms). Endstation: Die systemgewünschte Resignation verbrauchter und kranker Menschen und deren daraus folgende, unfreiwillige (Wieder)Anpassung in das System.

Kritik-Immunität auf beiden Seiten

Typisch für beide Seiten ist das kritik-immune Festhalten an den eigenen, als richtig auserkoren Strategien zur Krisenbewältigung – die eine Seite verstärkt stetig die sich als ineffizient erweisenden Maßnahmen gegen ein angeblich tödliches Virus, die andere Seite verstärkt die sich als ineffizient erweisenden Protestmaßnahmen gegen eine freiheitsraubende Staatsgewalt. Beide Seiten laufen immer wieder und beharrlich mit dem Kopf gegen eine Wand, geraten folglich an unüberwindliche Widerstände, aber auf keiner Seite führt dies zum Überdenken der eigenen Methoden. Dies dokumentiert, sofern kein Vorsatz vorliegt, eine fehlende psychische Reife und das daraus resultierende Unvermögen aktive Lernprozesse zu durchleben – ein grundsätzliches Problem der in den letzten 30 Jahren immer infantiler werdenden Gesellschaften.

Freilich ist es naiv, in Telegram-Gruppen stetig inhaltlich nahezu gleiche, reale oder vermeintliche Horrormeldungen zu veröffentlichen und unter den Lesenden »Wacht endlich auf!« oder »Teilen! Teilen! Teilen!« zu fordern. In diesen Gruppen befinden sich sowieso nur diejenigen, die bereits »erwacht« sind und sollte sich doch mal jemand von den »Unerwachten« dorthin verirren, müsste doch klar sein, dass Erkenntnis nicht per Aufruf von diesen eingefordert werden kann, denn diese muss, wie bereits erwähnt, reifen. Ebenso absurd sind Aktionen, die bspw. unter dem Motto »Wir müssen reden« zu einem Schweigemarsch aufrufen – nein, dies ist kein »witziger und aufweckender« Widerspruch, das ist kindisch. Das gleiche gilt in der Comunity mit entzücken gefeierte Happenings, bei denen beispielhaft Särge mit der Aufschrift ›Grundgesetz‹ zu Grabe getragen werden (die »Sarg-Nummer« ist über die Jahrzehnte so was von ausgelutscht) oder ein paar Gestalten in weißem Vollschutz, versehen mit Schildern auf Rücken und Brust, durch Fußgängerzonen laufen und deren Protagonisten felsenfest davon überzeugt sind, dass Corona-Verängstigte Mitbürger, welche diesem Theater zufällig beiwohnen, schlagartig ihre Angst verlieren (müssen) und sich ihnen anschließen. Die Liste solch alberner Inszenierungen und Befremdlichkeiten, eine Kombination aus Katastrophenbeschwörung und utopischer Hoffnung auf eine gemeinsame Umsetzung eines Volksaufstands, garniert mit einem wohligen Gefühl der moralischen Überlegenheit innerhalb des Telegram-Milieus, führt mitunter zur Fremdscham, derweil die mitunter meist unbewusst zur Schau gestellten persönlichen Eitelkeiten und/oder Persönlichkeitsdefizite eher betroffen machen. Unter der Wucht und Belastung des auf uns alle überfallartig eindreschenden Verlusts aller bisher angenommenen Normen, Unterstellungen über Rationalität der Gesellschaft und der damit einhergehende, ungeheuerliche Vertrauensverlust in bisherige, vermeintlich gedachte Sicherheiten und Institutionen, simmert dieser Protest, nicht erwachsen gewordener Erwachsener – bis auf ganz wenige Ausnahmen –, auf sich gestellt und isoliert von der großen Masse der Bevölkerung hilflos vor sich hin. Es fehlt die persönliche Reife im Umgang mit sich selbst in außergewöhnlichen Situationen und dies führt immer wieder in die selben Sackgassen und den gleichen Fehlern. Das beständige Lesen von grundsätzlich immer-gleichen, negativen Meldungen, ohne das aus ihnen ein wirklich weiterbringender Erkenntnisgewinn oder eine Verbesserung der Situation erfolgen könnte, hebt durch das daraus folgende, (unbewusste) gedankliche Kreisen nur das Gefühl von Verzweiflung und erhöht permanent den Stresspegel bzw. hält diesen aufrecht. Einfachste Grundsätze der psychischen Gesunderhaltung innerhalb von Krisensituationen werden im verbissenen Kampf ignoriert oder sind gar nicht bekannt. Probleme oder Krisensituationen, die momentan nicht lösbar sind und trotz aktiven Wirken feststecken, sollten (emotional) zurückgestellt werden, um sich erst dann wieder mit aller Kraft damit zu beschäftigen, wenn sich die Situation klarer darstellt, bzw. sich wirklich die Möglichkeit zu erfolgreichen Handeln eröffnet. Die Grundsatzregel der Stoiker: »Ich verändere das, was ich kontrollieren kann, und akzeptiere das, was ich nicht ändern kann.« scheint den meisten verzweifelten und müden Protestlern in ihren Echokammern nicht gewahr. Wenn eine Auseinandersetzung festgefahren ist, kann eine Lösung oder Antwort nicht auf dem selben Weg erzwungen werden, auf dem sie sich blockiert hat und es ist extrem ungesund, sich immer weiter der Versuchung hinzugeben, sich in Details zu verfangen. Es geht um Loslassen von Strategien, die nicht wirken, wobei – und das sei hier ausdrücklich klargestellt – dieses Loslassen weder gutheißen noch kapitulieren bedeutet! Gewiss, loslassen von etwas, von dem man bisher glaubte, es unbedingt zu benötigen oder tun zu müssen, ist nicht einfach. Es ist eine Sucht, gegen die angegangen werden muss und es entsteht zunächst eine Lücke, welche noch nicht durch eine andere Strategie gefüllt ist. Ein positives Gefühl zieht also nicht gleich ein – aber es ist dennoch der einzige Weg heraus, wenn man festsitzt! Insbesondere für Diejenigen, die bereits fühlen, dass sie emotional abbauen und sich die Beziehung zu ihren Lieben, zu ihren engsten Kraftquellen, anfängt zum negativen zu verändern, sollten konsequent raus aus dem Negativ-Zirkusgehabe dieser naiven Gruppen. Grundsätzlich heißt dies, sich von den Quellen der permanenten nervlichen Spannung fern zu halten und sich mit gutem Gewissen wieder auf angenehme Dinge zu konzentrieren. Die Befürchtung, etwas wichtiges zu verpassen, ist eine Fehlannahme – wer heute bereits die Coroana-Lage realistisch betrachtet, weiß grundsätzlich über alles Bescheid. Seriöse, unabhängige Magazine halten über weitere Entwicklungen auf dem Laufenden. Es gibt da einige wenige. Aber auch hier gilt, weniger ist mehr, Leerschritt walten lassen – denn alles, was sich an wichtigen Veränderungen in der Zukunft entwickelt, wird außer Zweifel registriert werden. Auf diese Weise werden in der entscheidenden Zeit des Zusammenbruchs des Corona-Kartenhauses die Energien vorhanden sein, die es braucht, um diese sicher noch anspruchsvolle Phase gut durch zu stehen und ggf. mit zu gestalten.

Auswege aus der Sackgasse

Es geht bei all dem nicht um das bloßlegen eines speziellen, soziokulturellen Protest-Milieus, sondern lediglich um Kritik an der Form des Protests. Dies geschieht aus der Motivation heraus, weil die gezeigte Form des Protests den hehren Zielen und den Protagonisten selbst, ausgesprochen schadet. Es ist zwar eine Zunahme einer Maßnahmen-kritischeren Haltung in der Bevölkerung zu beobachten, aber diese Veränderung ist nicht aufgrund, sondern trotz der zuvor beschriebenen, mitunter bizarren Proteste und derer Hauptakteure, erwachsen. Das eigene Erleben der Diskrepanz zwischen propagierten Horror und erlebter Wirklichkeit bringt den langsamen Umschwung. Diesen gilt es zu verstärken, statt ihn mit hysterischen, albernen und naivem Theaterdonner zu verschrecken.

Die Passphrase zum Erfolg wurde bereits angedeutet – Zeit, Geduld und seriöses Augenmaß. Bis es soweit ist, dass die verantwortliche, apokalyptische Clique und ihre spesenreitende Kamarilla endgültig in der Ausweglosigkeit festsitzen und das gesamte Szenario in sich zusammenfällt, heißt es für den einzelnen sich dort zu betätigen, wo wirklich etwas erreicht werden kann, anstatt die eigenen Energien nicht in wertlosen, zeitfressenden und aufreibenden Nebenschauplätzen zu verbrauchen und zu verschwenden. Entscheidend ist, dass die eigene, emotionale Stabilität und Belastbarkeit erhalten bleibt, bzw. wieder hergestellt wird. Das aufgeregte, wütende Kind sollte eine ruhige, sichere, fest in sich ruhende und zu den eigenen Einsichten stehende Persönlichkeit ablösen, welche bereits allein durch ihre Ausstrahlung eine generelle Vermutung der Richtigkeit transportiert und dadurch suggestiv auf andere wirkt. Gelassen seine Überzeugungen leben und selbstverständlich die eigenen Rechte vertreten und auf diesen bestehen (Konsistenzprinzip) – im Zweifel auch auf dem Rechtsweg. Wichtig erscheint es, das Missionieren zu unterlassen, denn damit erreicht man eher das Gegenteil – vor allem, wenn es große psychologische Barrieren zu überwinden gibt: Einmal getroffene (auch falsche) Entscheidungen bzw. Überzeugungen tragen immer eine starke Tendenz in sich, sich (aus Selbstschutz) selbst aufrechtzuerhalten und das Individuum ist immerfort bestrebt, neue Gründe und Rechtfertigungen für die getroffenen Entscheidungen bzw. Überzeugungen zu finden und findet diese auch (Commitmentsprinzip). Erst, wenn die Realität mehr wehtut, als das eigene Irrtumseingeständnis, erfolgt schließlich ein Umdenken. Grundsätzlich gilt – und das soll Mut machen – dass sich etwas falsches niemals beständig halten kann und ab dem Zeitraum, indem eine Mehrheit der Bevölkerung durch eigenen Antrieb gedanklich wieder in der Realität angekommen ist, wird es mit dem Zusammenbruch des Corona-Wahnsinns sehr schnell gehen.

Erst in dieser Umbruchphase, von der wir uns im Moment zwar noch recht weit entfernt sehen, sind auch Demonstrationen wieder wirklich sinnvoll, weil sie erst dann eine konsistente Symbolkraft besitzen, da deren Forderungen nun von der Mehrheit der Bevölkerung getragen werden. Solange es aber notwendig ist, sich zu verabreden und aus dem ganzen Bundesgebiet Leute nach Leipzig oder Berlin zusammen zu karren, kann man sich das ganze Prozedere auch sparen. Wenn nicht von sich heraus, in den jeweiligen Städten, bereits genug Menschen zusammenkommen, dann zeigt das nur, dass der Protest noch nicht als Massenbasis angekommen ist. Beim Thema Demonstrationen sei auch nebenbei der Irrglaube vieler entkräftet, dass es 1989 in Leipzig nur einiger zehntausender Menschen bei den Montags-Demos bedurfte, um das DDR-Regime zu stürzen. Dies ist eine Illusion. Das Regime stürzte deswegen, weil es seit Anfang der 1980er Jahre, spätestens seit etwa 1983, eine sehr starke und zunehmende Unzufriedenheit vieler DDR-Bürger ob der ökonomischen (und freiheitlichen) Grundlagen gab. 1989 war diese Massenbasis also bereits vorhanden und die Demonstrationen waren nur noch das optische, schmückende Beiwerk, aber nicht der Grund des Zusammenbruchs.

2021 wird ein fesselndes und erfolgreiches Jahr werden. Freuen wir uns darauf.

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